Brandenburgisches Musik- und Kunstschulgesetz

Evaluation

Im Jahr 2019 soll das Brandenburgische Musik- und Kunstschulgesetz evaluiert werden. 

Stationen

1993
Im Zuge der Kreisgebietsreform im Land Brandenburg werden aus 45 Musikschulen
28 öffentliche Musikschulen gebildet, die flächendeckend in allen
Landkreisen und kreisfreien Städten Intrumental- und Vokalunterricht sowie
Grundfächer anbieten.

1999
Volksinitiative für die Förderung der Musikschulen im Land Brandenburg.
In kürzester Zeit werden über 100.000 Unterschriften gesammelt.

1999
25.000 Schüler nehmen am Unterricht in Brandenburgs Musikschulen teil.
Die Musikschulen erreichen sieben Prozent aller schulpflichtigen Kinder.

2000
Das bundesweit erste Musikschulgesetz tritt in Kraft.

2003
Rahmenvereinbarung mit dem Bildungsministerium über die Kooperation
von Schulen und Musikschulen.

2003
Streichung der Landesförderung für Musikschulen im Rahmen des Haushaltsstrukturgesetzes
geplant. Nach Massenprotesten an den Musikschulen
und einer Petition mit 130.000 Unterschriften an den Landtag fällt die
Kürzung geringer aus als geplant. Die Landesbeteiligung an den Gesamtkosten
der Musikschulen reduziert sich von ursprünglich 15 Prozent der
Gesamtkosten auf 9,5 Prozent.

2007
Anstieg der Schülerzahlen auf 31.000 (um 23 Prozent seit dem Jahr 2000
- im gleichen Zeitraum Rückgang der Schülerzahlen an Brandenburgs
allgemeinbildenden Schulen um 35 Prozent). Die Musikschulen erreichen
13 Prozent aller Kinder im schulpflichtigen Alter.

2007
1.300 Lehrer an den Musikschulen unterrichten in knapp 200 Städten und
Gemeinden des Landes.

2008
Auf Beschluss der Landesregierung erhalten Musikschulen zwei Millionen
Euro aus dem ehemaligen Parteivermögen der SED für den Kauf von
Instrumenten. Investition von 500.000 Euro in Klassensätze für die ersten
Bläser-, Gitarren-, Perkussions- und Streicherklassen sowie für Elementare
Musikklassen.

2009
Landesweiter Start von „Klasse: Musik“ an den Grundschulen. Übernahme
der Kosten für die Lehrerfortbildung durch das Bildungsministerium.
Erstmals systematische Integration der Bildungspartnerschaft von Schule
und Musikschule in den schulischen Rahmenlehrplan.

2009
Start der Volksinitiative „Musische Bildung für alle“ für die Sicherung der
musisch-kulturellen Bildung an Schulen und Kitas und für Zusatzangebote
der Talentförderung und des Ensemblespiels an Musikschulen. In elf
Wochen werden 32.000 Unterschriften gesammelt.

2010
Beschluss des Förderprogramms „Musische Bildung für alle“ durch den
Landtag. Jährlich investiert das Land Brandenburg 1,3 Millionen Euro, um
auch sozial und finanziell benachteiligten Kindern die Begegnung mit
Musik zu ermöglichen. Das brandenburgische Förderprogramm umfasst
eine kostenfreie musikalische Bildung für Kinder und Jugendliche. Im Jahr
2012 erreicht es 3.850 Kinder in 144 Grundschulklassen und 1.500 Kinder
in 20 Kitas.

2011
Brandenburgs Kulturministerin und Bildungsministerin übernehmen die
gemeinsame Schirmherrschaft für „Klasse: Musik“.

2011
Die Schülerzahlen an Brandenburgs Musikschulen sind abermals gestiegen
und erreichen mit 35.000 Schülern einen neuen Rekord.

2012
Erweiterung des Musikschulverbandes zum Verband der Musik- und Kunstschulen
Brandenburg e.V. und Aufnahme von sieben Kunstschulen.

2013
Evaluation des Zentrums für Kulturforschung:
Die Evaluation zeigt, dass eine möglichst frühe, kontinuierliche Förderung in den Kitas und Grundschulen die Bildungschancen für alle Kinder erheblich verbessert und sozial benachteiligte Kinder erreicht. Die Eltern sind hoch zufrieden mit den musisch-künstlerischen Bildungsangeboten. 80 % wünschen sich eine Fortsetzung für ihre Kinder im schulischen Kontext.

2013
Aufnahme der Kunstschulen in den Musikschulgesetz
Mit den im Gesetz formulierten Kriterien sind erstmals auch für die öffentlich geförderten Kunstschulen Qualitätsstandards aufgestellt, die einen Förderanspruch begründen.

2014
Sieben Jugendkunstschulen erhalten Anerkennung nach dem Brandenburgischen Musik- und Kunstschulgesetz

2014
Volksinitiative „Musische Bildung jetzt“ Innerhalb von nur sechs Monaten wurden an Musik- und Kunstschulen im Land Brandenburg 35.185 Unterschriften gesammelt und 2014 beim Landtag eingereicht, um eine Änderung des Brandenburgischen Musik- und Kunstschulgesetzes (BbgMKSchulG) und damit eine angemessene Landesförderung zu erwirken.

2015
Der Landtag beschließt ab 2015, eine jährliche Förderung von 400.000 Euro für die Kunstschulen gesetzlich zu verankern. Ab dem Haushaltsjahr 2017 werden die Mittel für die Musikschulen um 2,1 Mio. Euro auf insgesamt 4,7 Mio. Euro erhöht.