Schritte zur Wiederöffnung

Hygiene-Handreichung zur Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs vom 7. Juli 2020

Das MWFK hat eine „Hygiene-Handreichung“ zur Verfügung gestellt, die Einrichtungen bei der Öffnung und Durchführung von Brandenburger Kulturveranstaltungen unterstützten soll. Die Handreichung wurde in Abstimmung mit Brandenburger Theatern und Veranstaltern und mit Hilfe externer Expertise erarbeitet. Grundlage für die Handreichung bilden die Verordnungen über den Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 in Brandenburg vom 26. Juni 2020 und über das Verbot von Großveranstaltungen vor dem Hintergrund der SARS-CoV-2-Pandemie in Brandenburg zuletzt geändert am 7. Juli 2020.

Die Handreichung enthält Empfehlungen, um bei Kulturveranstaltungen mit Publikum die nach wie vor geltenden Hygieneschutzauflagen vorbereiten und umsetzen zu können. Es geht dabei um Schutzmaßnahmen wie Abstandhalten, ausreichender Luftaustausch, Mund-/Nasebedeckung und anderes mehr. Die Hygienekonzepte sind bei Bedarf mit den regionalen Gesundheits- und Ordnungsbehörden abzustimmen.

Hygiene-Handreichung zur Wiederaufnahme des Vorstellungs- und Veranstaltungsbetriebs in Brandenburg...

Neue Corona-Verordnung vom 12. Juni 2020

Am 12. Juni 2020 wurde von der Landesregierung eine neue "Verordnung über den Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 in Brandenburg" verabschiedet.

Zur PM der Staatskanzlei vom 12.06.2020...
Zur neuen Verordnung vom 12.06.2020...

Die verbliebenen Einschränkungen werden hier nun konkret benannt und nicht mehr – wie in den bisherigen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnungen – grundsätzliche Einschränkungen, zu denen dann Ausnahmen formuliert werden.

Für den Kulturbereich ist insbesondere der § 4 zu Veranstaltungen und Versammlungen interessant, der auch für alle Theater- und Konzertveranstaltungen sowie Open-Air Festivals usw. gilt:

§ 4 sieht keine zahlenmäßig festgelegte Begrenzung zu Veranstaltungsteilnehmer*innen mehr vor. Die letzte noch gültige diesbezügliche Begrenzung ist in der nach wie vor gültigen "Verordnung über das Verbot von Großveranstaltungen" geregelt, nach der bis zum 31. August 2020 keine öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 1000 zeitgleich anwesenden Personen stattfinden dürfen.

Mit den Neuregelungen, die am 15. Juni 2020 in Kraft treten, wird auch der Stufenplan des MWFK nicht mehr gebraucht, der in den nächsten Monaten eine zunehmende Anzahl Teilnehmer*innen an Veranstaltungen in geschlossenen Räume und im Freien zulassen sollte.

Die Neuregelungen bedeuten aber nicht, dass unterhalb von 1000 Teilnehmer*innen keine personellen Begrenzungen bei kulturellen Veranstaltungen mehr notwendig sind. Begrenzungen ergeben sich nach wie vor aus den notwendigen Abstands- und Hygieneregeln, die nun in § 3 der Verordnung geregelt sind. Für jede Veranstaltung muss ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegen. So ist mit den entsprechenden Auswirkungen auf mögliche Besucherzahlen z.B. das Abstandsgebot von 1,5 m nach wie vor bindend.

Das MWFK erarbeitet in Abstimmung mit Theatern und Veranstaltern gegenwärtig "Leitlinien zur Wiederaufnahme des Vorstellungs- und Veranstaltungsbetriebs" sowohl für Innenräume als auch für Veranstaltungen im Freien. In der kommenden Woche sollen sie unter www.mwfk.brandenburg.de veröffentlicht werden.

Musik- und Kunstschulen in Brandenburg öffnen schrittweise

Die Landesregierung hat am Dienstag, den 26. Mai die Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus weiter gelockert. Die Änderungen betreffen auch kulturelle Veranstaltungen und den Unterricht in Musik- und Kunstschulen. Die Neufassung tritt am Donnerstag, den 28. Mai in Kraft und gilt vorerst bis 15. Juni.

Die Neuerungen:

Ab Donnerstag, den 28. Mai

  • wird die bisherige Begrenzung der Teilnehmerzahl von fünf Personen bei Musikunterricht und ähnlichen Angeboten aufgehoben. Damit sind auch Ensemble-Angebote und der Unterricht in größeren Gruppen wieder möglich.

Ab Samstag, den 6. Juni

  • ist auch Gesangsunterricht mit bis zu sechs Personen zulässig, wenn ein Abstand von drei Metern zwischen Personen und von sechs Metern in Atemausstoßrichtung sowie eine Raumgröße von mindestens zehn Quadratmetern pro Person sichergestellt sind und die Räumlichkeiten regelmäßig intensiv gelüftet werden.
  • können Kulturveranstaltungen in Räumen mit bis zu 75 Personen und unter freiem Himmel mit bis zu 150 Personen stattfinden. Zu den Veranstaltungsformaten gehören zum Beispiel Konzerte, Theater und Kinos.

Wichtig:

  • Es gelten weiterhin das allgemeine Abstandsgebot und die vorgeschriebenen Hygieneregeln.
  • Die Einrichtungen sind verpflichtet, entsprechend der Verordnung den Zugang zu kontrollieren, die Einhaltung des Mindestabstands sicherzustellen und Anwesenheitslisten zu führen.
  • Für die jeweiligen Veranstaltungen bzw. den Schulbetrieb müssen eigenverantwortlich Hygienekonzepte erarbeitet und mit den lokalen Behörden auf der Grundlage der angepassten Gefährdungsbeurteilung abgestimmt werden.
  • Die detaillierten Informationen entnehmen Sie bitte der aktuellen Fassung des Verordnungstextes unter: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/sars_cov_2_eindv

Darüber hinaus hat das MWFK Eckpunkte eines Stufenplans für die Öffnung der Kultureinrichtungen und -veranstaltungen in Brandenburg vorgelegt. - mehr

Die öffentlichen Musik- und Kunstschulen haben sich aktiv und in enger Abstimmung mit den lokalen Gesundheitsbehörden und Dezernaten auf die schrittweise Öffnung vorbereitet.
In einer Pressemitteilung vom 27. April listet der VdMK Maßnahmen auf, die zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ergriffen werden können. - mehr

Ab dem 9. Mai konnten in Brandenburg die öffentlichen Musik- und Kunstschulen unter Einhaltung von Schutzvorkehrungen, Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen. Der Betrieb startete zunächst eingeschränkt: zunächst waren nur der Einzelunterricht und der Unterricht in kleinen Gruppen bis zu fünf Personen wieder erlaubt. Davon ausgenommen war zunächst der Gesangsunterricht.

Informationen zum Start einzelner Unterrichtsangebote sind auf den Webseiten der jeweiligen Musik- und Kunstschulen zu finden.

Orientierungspunkte für den Wiedereinstieg in den Betrieb von Musikschulen (VdM)

Der Verband deutscher Musikschulen schlägt ein ausführliches 3-Phasen-Modell für einen möglichen sukzessiven Wiedereinstieg in den Unterrichtsalltag an Musikschulen vor:

  1. Die erste Phase stellt die Umsetzung und Durchführung der ersten möglichen Formate unter Einhaltung entsprechender Auflagen dar.
  2. Die zweite Phase bezieht – zusätzlich zu den in Phase 1 genannten Formaten – Formate mit kleinen Gruppen mit ein, ebenfalls unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften und Distanzregeln.
  3. Mit der Wiederaufnahme der Arbeit und Angebote in Schulen und Kitas sollten nach Möglichkeit und entsprechend der Regelungen der jeweiligen Schulministerien auch die Kooperationsangebote mit Musikschulen wieder aufgenommen werden. Phase 3 beinhaltet die Wiederaufnahme größerer Gruppenangebote.

Zum 3-Phasen-Modell des VdM (ab Seite 13) - Stand 11.05.2020

Studien über die Ausbreitung von SARS-CoV-2 gebunden an Aerosole

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl wissenschaftlicher Studien und Informationsseiten:

  • Robert Koch Institut: Aktuelle Hinweise zum Corona-Virus - mehr
  • VBG Unfallversicherung: SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard. Empfehlungen für Bildungseinrichtungen  - mehr
  • MIZ Fokus "Musik in der Corona-Krise, Positionen von Musikverbänden - mehr
  • 17.07.2020 | Freiburger Institut für Musikermedizin et. al. "Risikoeinschätzung einer Coronavirus-Infektion im Bereich Musik" - wird laufend aktualisiert - mehr
  • 05.06.2020 | Deutscher Chorverband: "Perspektiven für den Chorgesang in Corona-Zeiten" - mehr
  • 03.06.2020 | rbb Praxis: Chor & Corona: Wie groß ist das Übertragsungsrisiko beim Singen? - mehr
  • 05.2020 | actori GmBH: "Auswirkungen der Corona Krise auf Theater, Opernhäuser, Museen und Soziokulturelle Zentren" - mehr
  • 25.05.2020 | DLF Kultur "Wie gefährlich ist Chorsingen?" - mehr
  • 20.05.2020 | VdM: "FAQ ... für den Wiedereinstieg in den Unterricht mit besonderer Berücksichtigung der Situation von Bläser*innen an Musikschulen im Kontext geltender Landesvorschriften" (aktualisierte Fassung) - mehr
  • 15.05.2020 Eckpunktepapier der Kulturstaatsministerin und der Kulturminister der Länder - mehr
  • 13.05.2020 | Süddeutsche Zeitung: "Chorsingen und Chorona" - mehr
  • 11.05.2020 | nmz: Proben mit professioneller Distanz: Forschungsstand und praktische Auswirkungen - mehr
  • 09.05.2020 | FAZ: "Trompeter blasen keine Kerzen aus" - über die Studie der Berliner Charité im Auftrag der Berliner Berufsorchester - mehr
  • 08.05.2020 | Bundeswehr Universität München: "Musizieren während der Pandemie - was rät die Wissenschaft?" Über Infektionsrisiken beim Chorsingen und Musizieren mit Blasinstrumenten - mehr
  • 08.05.2020 | "Singen in Zeiten von Sars-CoV2" Materialsammlung zum Singen mit wiss. Beiträgen - wird laufend aktualisiert - mehr
  • 07.05.2020 | Charité: "Stellungnahme zum Spielbetrieb der Orchester" - mehr
  • 07.05.2020 | rbb24: "Wie Orchester wieder auftreten könnten" - mehr
  • 07.05.2020 | rbb Kultur: "Musizieren unter Corona: Konzept der Berliner Orchester mit Charité-Wissenschaftlern"  - mehr
  • 07.05.2020 | FAZ: "Charité definiert Corona-Regeln für Orchester" - mehr
  • 07.05.2020 | Wiener Zeitung: "Orchester-Regeln der Berliner Charité" - mehr
  • 07.05.2020 | BR Klassik: "Zwei neue Studien lassen Bläser aufatmen" - mehr
  • 06.05.2020 | "Allgemeines zur Umsetzung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards" - Empfehlungen der VGB Berufsgenossenschaft - mehr
  • Armin Schaefer: "Experiment von Mitarbeitern des Instituts für Technische Thermodynamik des KIT Karlsruhe" zur Verwendung von Blechblasinstrumenten - mehr
  • 05.05.2020 | Bamberger Symphoniker: "Wissenschaftler messen Aerosolausstoß" - mehr
  • 04.05.2020 | Charité: "Beurteilung der Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2-Viren beim Singen" - mehr
  • 03.05.2020 | "Wie wird die neue Normalität im Konzert?" BR Klassik - mehr
  • 26.04.2020 | Matthias Bertsch (mdw Wien): "Sind Blasinstrumente Virenschleudern? Experimente und Erklärungen mit Trompete und Posaune" - mehr
  • 25.04.2020, Update: 06.05.2020 | HfM Freiburg: "Risikoeinschätzung einer Coronavirus-Infektion im Bereich Musik" - mehr
  • 24.04.2020 | RKI: "SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019" - mehr
  • 23.04.2020 | RND: "Gibt es ein Infektionsrisiko beim Spielen von Blasinstrumenten?" - mehr
  • 21.04.2020 | Deutsche Stimmklinik: "Chor-Singen und Gesangsunterricht in Zeiten von Corona" - mehr
  • 03.04.2020 | Nature Medicine: "Respiratory virus shedding in exhaled breath and efficacy of face masks" - mehr
  • 01.04.2020 | Chia, Coleman et al. : "Air and surface contamination by SARS-CoV-2" - mehr
  • 26.03.2020 | Santarpia, Rivera et al.: "Transmission Potential of SARS-CoV-2 in Viral Shedding" - mehr

Informationen zur Einhaltung der Hygienevorschriften im Unterricht

Wissenschaftliche Studien bewerten einen medizinischen Kontext. Das Robert-Koch-Institut erklärt: "Auch wenn eine abschließende Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich erscheint, weisen die bisherigen Untersuchungen insgesamt darauf hin, dass eine Übertragung von SARS-CoV-2 über Aerosole im normalen gesellschaftlichen Umgang nicht wahrscheinlich ist."

Inwiefern der Unterricht, insbesondere jener der Fachgruppen Gesang, Holz- und Blechblasinstrumente, als "normaler gesellschaftlicher Umgang" zu bewerten ist, muss mit dem zuständigen Gesundheitsamt geklärt werden, da eine überdurchschnittlich große Menge an Atemluft bewegt wird. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen findet beim Spielen von Blasinstrumenten jedoch generell kein erhöhter Aerosolausstoß statt; eine Ausnahme bilden hierbei Querflöten, daher sollte beim Flöten- und Gesangsunterricht ein besonders großer Abstand zwischen Schüler*in und Lehrkraft gewahrt werden.

Nach bisherigem Kenntnisstand sind im Einzelunterricht mindestens folgende Maßnahmen zu empfehlen:

  • Zwischen Lehrkraft und Schüler*in sollte ein möglichst großer räumlicher Abstand gewahrt werden (Gruppenarbeitsräume, Chorprobenräume, Bühnen etc.).
  • Plexiglasscheiben oder andere durchsichtige Trennungsmöglichkeiten sollten zwischen Lehrkraft und Schüler*in angebracht und genügend Abstand zu diesen eingehalten werden, um Tröpfchen auf der Oberfläche zu minimieren.
  • Die Arbeit in Studios oder Aufnahmekabinen wird nicht empfohlen, da die Viren an Oberflächen haften können und eine Überlebenszeit von 24 bis 72 Stunden (je nach Material) aufweisen.
  • Räume müssen unbedingt gelüftet werden - möglichst auch während des Unterrichts.
  • Zwischen den Unterrichtseinheiten sollten lange Pausen zum Lüften eingehalten werden, da sich die Viren bis zu drei Stunden in der Luft halten können (Gefahr einer Ansteckung nach derzeitigem Kenntnisstand allerdings deutlich kürzer, siehe Information des RKI).
  • Alle Oberflächen (insbes. Trennwände) müssen nach jedem Unterricht desinfiziert werden.
  • Schüler*innen dürfen nichts berühren, außer ihrem eigenen Instrument.

Reinigung der Instrumente

Hier stellen wir Ihnen Empfehlungen von Musikalienhändlern und Instrumentenbauern zur fachgerechten Reinigung und Desinfektion von Instrumenten zur Verfügung.

Holz- und Blechbläser:

  • Mundstücke spülen
  • das Instrument nach Benutzung 72 Stunden stehen lassen
  • Desinfektionsmittel auf allen metallischen Oberflächen anwenden (mit weichem Tuch auftragen) - bitte zuvor die Verträglichkeit des Materials auf Desinfektionsmittel prüfen um eventuelle Schäden zu vermeiden!
  • S-Bögen von Saxofonen können mit einem Desinfektionsspray innen eingesprüht werden
  • Vorsicht: Instrumente nicht mit einem (rauen) Schwamm bearbeiten! Nur weiche Tücher verwenden!

Klavier/Keyboard:

  • Reinigungsempfehlungen der Firma C. Bechstein Pianoforte AG hier sowie vom Musikhaus PIANO-FISCHER hier
  • gründliches Händewaschen unmittelbar vor (und nach) dem Unterricht ist unabdingbar
  • weiche Tücher verwenden (leicht befeuchtet, mit etwas Spülmittel)
  • Keine aggressiven chemischen Mittel, weil diese den Kunststoff angreifen können

Sollten Sie über weitere Informationen zu entsprechenden Hygienemaßnahmen oder wissenschaftliche Studien zum Thema verfügen, freuen wir uns über eine Nachricht an brabender@vdmk-brandenburg.de.

 

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